Exkursion zur Gedenkstätte Ravensbrück

20.03.2025 -  

Am 11. März 2025 unternahm eine Gruppe von Studierenden mit Frau Sonja Dolinsek vom Bereich für Geschichte an der FHW eine Exkursion zur Gedenkstätte Ravensbrück, einem ehemaligen Konzentrationslager, in das ausschließlich Frauen deportiert wurden. Die Exkursion bot tiefgehende Einblicke in die Geschichte des Ortes, seine Bedeutung für die Geschlechterdynamik und die Notwendigkeit der Erinnerungskultur. 

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Anreise nach Ravensbrück

Der Tag begann früh mit der Abfahrt um 8:00 Uhr mit dem Zug aus einem nebligen Magdeburg. Die Anreise erfolgte mit mehreren Zugverbindungen, die glücklicherweise im Semester-Ticket enthalten waren. Nach einer langen, aber reibungslosen Reise erreichten sie gegen 12:30 Uhr die Gedenkstätte Ravensbrück.

Erkundung der Gedenkstätte

Vor Ort wurden die Studierende in eine englisch- und eine deutschsprachige Gruppe eingeteilt. Die Teilnehmenden kamen aus verschiedenen Studiengängen, insbesondere aus European Studies und dem PACS-Master, wodurch sich unterschiedliche Perspektiven auf das Erlebte ergaben.

Die englischsprachige Gruppe begann mit einer kurzen Einführung, gefolgt von einer einstündigen Tour in Kleingruppen zu je vier Personen. Dies ermöglichte ihnen eine eigenständige Erkundung des Geländes, das Fotografieren besonders eindrucksvoller Orte und die Auswahl von Themen, über die sie mehr erfahren wollten. Anschließend kamen die Studierenden in einem Seminarraum zusammen, um ihre Bilder zu präsentieren, Fragen zu stellen und detaillierte Erläuterungen zu den wichtigsten Aspekten der Gedenkstätte zu erhalten.

Den Abschluss bildete eine 90-minütige Führung, die das Hauptgebäude sowie das weitläufige Gelände der ehemaligen Baracken umfasste. Besonders eindrucksvoll war die Ausstellung originaler Objekte, darunter Kleidungsstücke, Zeitungsartikel und das Führerhaus, die die Geschichte noch greifbarer machten.

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Eindrücke & Erkenntnisse

Die Gedenkstätte Ravensbrück nimmt eine einzigartige und bewegende Stellung in der Geschichte ein, da sie (theoretisch) ausschließlich Frauen als Häftlinge aufnahm. Der Besuch eröffnete eine neue Perspektive auf Geschlechterverhältnisse und soziale Identität, insbesondere im Hinblick darauf, wie unterschiedliche Nationalitäten und Hintergründe in diesem Lager aufeinandertrafen.

Die lange Zugfahrt zurück bot  die Möglichkeit, über das Erlebte zu reflektieren, sich auszutauschen und gemeinsam den restlichen Proviant zu teilen. Die Exkursion war nicht nur lehrreich, sondern auch eine wertvolle Gelegenheit, um Verbindungen zu anderen Studierenden zu vertiefen.

Die Teilnehmenden sind dankbar für diese Erfahrung und die intensiven Eindrücke, die sie sammeln konnten. Der Besuch war berührend und nachdenklich stimmend, ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur. Ein Besuch in Ravensbrück ist für alle, die sich mit der Vergangenheit und ihrer Bedeutung für die Gegenwart auseinandersetzen möchten, sehr zu empfehlen.

 

„Nachdem wir mehr über den weit verbreiteten gesellschaftlichen Gehorsam gegenüber der NS-Herrschaft und die fehlende Bereitschaft zum Widerstand  – trotz der räumlichen Nähe des Lagers zum Dorf Fürstenberg – erfahren haben, wurde die Dringlichkeit unserer Aufgabe als Politikwissenschaftler*innen noch deutlicher: Ein soziales Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wichtig es ist, sich der Verbreitung rassistischer Narrative zu widersetzen und aktiv gegen die politische Unterdrückung gesellschaftlicher Minderheiten zu arbeiten.“ – Anna, PACS

"Ich glaube, dass das Verstehen der Vergangenheit entscheidend ist, um eine gerechte und geeinte Zukunft zu gestalten. In Zeiten zunehmender politischer Polarisierung dürfen wir nicht zulassen, dass Geschichte wiederholt oder vergessen wird. Ravensbrück zeigt nicht nur die Schrecken der Unterdrückung, sondern auch die Widerstandskraft der Frauen, die dort gelitten haben. Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, sicherzustellen, dass Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt niemals unsere Gesellschaften bestimmen." - Kristina, EUS

Letzte Änderung: 20.03.2025 - Ansprechpartner: Webmaster